DIE GRÜNDERIN DER HB-WERKSTÄTTEN FÜR KERAMIK
Hedwig Bollhagen hatte eine Vision – die Erschaffung eines Alltagsgeschirrs abseits
jeglicher Alltäglichkeit. Geprägt durch ihr künstlerisch-musisches Elternhaus entwickelte
HB bereits von Kindesbeinen an ein großes Gespür für das Schöne und Wahre.
Tatkraft und Schöpfergeist kennzeichneten ihr Wesen. Mit einer unvergleichbaren
Schaffensfreude widmete sie sich ihrer Ausbildung und sammelte ihre ersten Erfahrungen
an unterschiedlichsten Ausbildungsorten Deutschlands. Damit beschritt sie – als Frau – einen
für die damalige Zeit höchst unüblichen und selbstbewussten Weg. Als junge Keramikerin trat
sie sodann in die renommierten Steingutfabriken Velten – Vordamm unter der Leitung von
Dr. Hermann Harkort ein.
Stark inspiriert wurde HB vom Werkbund, über den Hermann Hesse einst schrieb:
„Im Deutschen Werkbund arbeiten Künstler mit Handwerkern und Fabrikanten zusammen und
zwar gegen den Schund zugunsten der Qualitätsarbeit“. Unter Harkort und an der Seite von
Bauhauskünstlern, wie Theodor Bogler und Werner Burri, entwickelte sie als Kind der Moderne
einen unverwechselbaren Stil, der bis heute prägend für einen wichtigen Teil der deutschen
und internationalen Kulturgeschichte ist.
